Nordische Götter von A bis Z
Früher gefürchtet und verehrt, heute bestaunt und in Filmen, Büchern und Spielen wieder auferstanden. Die Götter der nordischen Mythologie üben damals wie heute eine große Faszination auf die Menschen aus. Die Namen Thor und Odin sagen wohl jedem etwas. Doch welche Götter gibt es noch alle? Wer war die Göttin der Ertrunkenen, wem wurde sein böses Mundwerkt zugenäht und wer wurde von neun Müttern geboren?
- Odin, Thor und Loki zählen zu Hauptgöttern
- Freya, Frigg und Hel sind bedeutende Göttinnen
- Asen und Wanen bilden zwei Göttergeschlechter
- Ragnarök beschreibt den Untergang der Götterwelt
Es gibt unzählige Filme und Serien, die sich mit der nordischen Mythologie befassen oder von dieser inspiriert wurden, wie z.B. die Netflix-Serie Ragnarök oder die Thor-Filme des Marvel Universums. Doch was ist Fakt und was Fiktion? Wie wurden die Götter damals wirklich verehrt?
In diesem Artikel sollen die Gottheiten der nordischen Mythologie so authentisch wie möglich vorgestellt werden. Dazu beziehen wir uns auf wissenschaftliche Ausarbeitungen und Erforschungen der Wikingerzeit. Wir stellen erst die wichtigsten Götter vor, dann listen wir alle bekannten Asen und Wanen mit ihren Herrschaftsbereichen und den wichtigsten Quellen in einer Tabelle alphabetisch auf.
Die Schwierigkeit mit den Quellen
Es ist gar nicht so einfach herauszufinden, wer genau die nordischen Götter waren, welche Aufgaben sie hatten und welche Bedeutungen sie für die Skandinavier erfüllten. Das liegt vor allem an der schwierigen Quellenlage, weil die Wikinger selbst ihren Glauben nie schriftlich festgehalten haben.
Die wichtigsten Quellen sind zwei alte Schriften, die beiden Eddas. Die Snorra-Edda, niedergeschrieben von Snorri Sturluson in Island, beschreibt erzählerisch Geschichten um die Götter. Außerdem gibt es noch die Lieder-Edda, die überlieferte Dichtungen über die Gottheiten enthält. Felsritzungen, archäologische Funde und alte Orts- und Personennamen geben weiteren Aufschluss über die Existenz und Bedeutung der nordischen Götter.
Es gibt heute viele verschiedene Varianten der mythologischen Geschichten und Götter des Nordens, von denen vermutlich Einiges erst im Nachhinein dazugedichtet wurde. Snorri Sturluson schrieb seine Edda z.B. erst knappe 200 Jahre nach Ende der Wikingerzeit (und damit dem Glauben an die nordischen Götter) auf, wobei er in vielen Teile mit künstlerischer Ausgestaltung arbeitete oder sie teils auf mündlichen Überlieferungen basieren. Und wir kennen ja das Prinzip der „Stillen Post“.
Hier in unserem Artikel beziehen wir uns auf die Versionen, die der wissenschaftlichen Forschung nach am besten belegt sind und wohl am ehesten dem tatsächlichen Glauben im alten Skandinavien entsprechen.

Die Göttergeschlechter
In der nordischen Mythologie wird zwischen zwei Göttergeschlechtern unterschieden: den Asen und den Wanen. Zwischen ihnen gab es einen Krieg, den sogenannten Wanenkrieg, zu dessen Ende sie jedoch Frieden schlossen.
Die Götterfamilien leben beide in Asgard, einer der neun Welten, und sind mit den Riesen verwandt. Sie sind alle schlussendlich vom Weltenende Ragnarök bedroht und den meisten von ihnen wird vorausgesagt, dass sie in dieser letzten Schlacht sterben werden. Sie sind somit nicht unsterblich. Außerdem altern sie; um dies zu verhindern essen sie magische Äpfel der Iđunn, die sie jung halten.
Asen
Die Asen sind die größere und bedeutendere Götterfamilie. Zu ihr zählen vorwiegend Götter des Krieges und der Herrschaft, so wie Odin, Thor und Tyr. Der erste Ase war Odins Großvater Buri. Der Sage nach entsprang er aus salzigem Eis, das von einer Kuh abgeleckt wurde.
Wanen
Die Wanen (altn. „vanir“) sind vermutlich Fruchtbarkeitsgötter, die von der agrarischen Bevölkerung angerufen wurden. Sie sorgen für gute (oder schlechte) Ernte, Sonne, Regen, günstigen Wind und Witterungen. Im Gegensatz zu den Asen ist bei den Wanen wohl die Geschwisterehe erlaubt, so z.B. bei Freyja und Freyr. Die Götterfamilie wird allerdings nur in der Snorra-Edda erwähnt bzw. von den Asen abgegrenzt, weswegen ihre Existenz zur Glaubenszeit von manchen angezweifelt wird.

Die wichtigsten Götter
Bevor wir alle Götter der Mythologie alphabetisch auflisten, stellen wir hier die wichtigsten und bekanntesten Gottheiten etwas ausführlicher vor.
Odin
Odin (altn. „Óđinn“) wurde auch Wodan genannt, woher im Englischen der Wochentagsname „Wednesday“ (Wodans day) kommt. Sein Name hat vermutlich einen Bezug zu Wut oder Besessenheit.
Er ist der Hauptgott der Mythologie, der Göttervater und äußerst vielschichtig. Er ist bekannt als Dichtergott, Totengott, Kriegsgott, Gott der Magie, der Runen, der Ekstase und der Heilung. Es wurde gesagt, dass Odin die tapferen, im Kampf gefallenen Krieger um sich in Walhall versammelt, damit sie ihn beim Weltenende Ragnarök im Kampf gegen die Mächte der Unterwelt beistehen.
Merkmale
Beschrieben wird er als einäugig und als Gestaltenwandler. Er trägt einen Hut und Mantel, außerdem den Speer Gungnir und den kostbaren Ring Draupnir. Sein Reittier ist das achtbeinige Pferd Sleipnir und seine zwei Raben Huginn und Muninn fliegen über die Welt und erzählen ihm morgens viele Neuigkeiten.
Familie
Odins Vater ist Burr, seine Mutter die Riesin Bestla. Er hat noch zwei Brüder: Vili und Vé. Seine Frau ist Frigg, mit der er den Sohn Balder hat. Mit der Riesin Jörđ zeugte er den Donnergott Thor. Außerdem hat er noch einen dritten Sohn, Váli, mit der Asin Rindr.
Fun Fact!
Im Kult und Volksglauben hatte Odin wahrscheinlich eine deutlich weniger präsente Rolle als in den Überlieferungen. Er wurde eher in den herrschenden Klassen verehrt (beim Volk war dagegen Thor deutlich beliebter). Vermutlich ist er in den schriftlichen Quellen so populär, weil diese aus der Dichtung stammen und Odin als Dichtergott von diesen sehr verehrt wurde.

Thor
Thor (altn. „Þórr“) wurde in südlichen Gebieten auch Donar genannt. Die Wochentage „Donnerstag“ und im Englischen „Thursday“ (Thors day) lassen sich auf seinen Namen zurückführen.
Er ist der Donnergott und der stärkste der Asen, außerdem gilt er als der Verteidiger gegen die bedrohlichen Mächte (Bekämpfer der Riesen und der Midgardschlange). Thor hatte im nordischen Glauben eine große Bedeutung und wird sehr oft in den Quellen erwähnt. Oft werden seine Reisen ins Riesenland mit Loki als Begleiter beschrieben, wobei er viele Kämpfe und Abenteuer erlebt.
Merkmale
Beschrieben wird er als groß und kräftig, mit einem roten Bart und einem stechenden Blick. Er ist ein großer Esser und Trinker und trägt viel Kraft und Zorn in sich, gleichzeitig gilt er jedoch auch als eher einfältig. Er hat einen Wagen, der von Ziegenböcken gezogen wird, weshalb er manchmal auch als „Herr der Ziegen“ oder „Wagen-Gott“ bezeichnet wird. Er hat einen Kraftgürtel, einen Eisenhandschuh und den schweren Hammer Mjöllnir, den er auch werfen kann und der ihm im Kampf als gefürchtete Waffe dient.
Familie
Thor ist der Sohn Odins und der Riesin bzw. Erdmutter Jörđ. Er ist damit der Halbbruder Balders. Seine Frau ist die Göttin Sif, mit der er die Söhne Móđi und Magni sowie die Tochter Thrúđr hat.
Fun Fact!
Thors Ziegen haben die Eigenschaft, dass man sie schlachten und verspeisen kann, aber danach wieder zum Leben erwecken kann. Dafür müssen allerdings all ihre Knochen noch beisammen sein; wenn einer fehlt, fehlt dieser auch dem wiedererweckten Tier.

Loki
Loki zählt zu den Asen, allerdings hat er keinen eigenen Zuständigkeitsbereich. Seine Figur ist sehr vielschichtig, ambivalent und unberechenbar. Er wird teils als „Trickster“ bezeichnet und tritt mal als Betrüger, mal Verbündeter und mal als Feind der Götter auf. Häufig begleitet er Thor auf dessen Abenteuern.
Merkmale
Bei Snorri wird Loki als hübsch und von gefälligem Äußeren beschrieben. Er ist ein Gestaltenwandler und nimmt z.B. in einigen Geschichten das Äußere eines Tieres an, manchmal verwandelt er sich auch in Frauen. Da er ein immer wieder durch sein böses Mundwerk auffällt, näht ihm ein Zwerg an einer Stelle in der Snorra-Edda den Mund zu.
Familie
Lokis Eltern sind der Riese Farbauti und Laufey, außerdem ist er Odins Blutsbruder. Seine Frau ist Sigyn, mit der er die Söhne Vali und Narfi hat. Außerdem ist er der Vater der Feinde der Götter, der Midgardschlange, dem Fenriswolf und Hel, die er mit der Riesin Angrboda hervorbringt. Wegen einer List verwandelt er sich einmal in eine Stute, als die er Odins achtbeiniges Pferd Sleipnir gebärt.
Fun Fact!
Öfters verlaufen die Geschichten so, dass aus einer anfangs boshaften Absicht Lokis letztendlich etwas für die Götter und Menschen Gutes entsteht, so wird beispielsweise auch die Erfindung des Fischernetzes erklärt. Ursprünglich könnte Loki somit eher die Rolle eines Kulturheroen innegehabt haben.

Balder
Balder (oder Baldur) zählt zu den bedeutendsten Göttern der nordischen Mythologie. Er ist der Lichtgott und eine sehr positive Figur. Als er (durch eine List Lokis) stirbt und ins Totenreich Hel gelangt, markiert dies eine zentrale Stelle der Mythologie.
Merkmale
Balder hat ein schönes Aussehen und eine helle, leuchtende Erscheinung. Er gilt als der weiseste, sprachgewandteste und freundlichste unter den Göttern.
Familie
Er ist der Sohn von Odin und Frigg. Seine Frau heißt Nanna, mit ihr hat er den Sohn Forseti.
Fun Fact!
Nach den Ragnarök, der großen Schlacht in der fast alle Götter und bösen Mächte getötet werden, ist Balder einer der wenigen Überlebenden. Er kehrt aus dem Totenreich Hel zurück, um in der neuen Welt zu leben.

Frigg
Frigg (oder Frigga) ist die Hauptgöttin der Asen. An ihren Namen sind vermutlich die Wochentagsnamen „Freitag“ und im Englischen „Friday“ (altengl. „Frigedeag“) angelehnt.
Sie gilt als die Göttin der Frauen, der Verwandtschaft und vielleicht auch der Liebe. Besonders tritt sie in Erscheinung, als sie an einer Stelle von allen Dingen und Wesen den Eid verlangt, ihren Sohn Balder nicht zu verletzen. Außerdem besitzt sie ein Falkenkleid, mit dem sie sich in den Vogel verwandeln kann.
Frigg ist die Frau von Odin und die Mutter von Balder. Sie selbst ist die Tochter von Fjörgynn, über den jedoch nichts weiter bekannt ist.

Freyja
Der Name Freyja (oder Freya) bedeutet im altnordischen „Frau“ oder „Herrin“. Sie ist die bedeutendste Göttin und wird zu den Wanen gezählt. Freyja gilt als die schöne Göttin der Liebenden, so mag sie auch Liebeslieder und sollte in Liebesangelegenheiten angerufen werden.
Sie besitzt wie Frigg ein Falkengewand und trägt den glänzenden Halsschmuck Brísingamen. Teils wird erzählt, sie würde in einem von Katzen gezogenen Wagen fahren (dies könnte jedoch auch fälschlich aus Bildern einer orientalischen Göttin abgeleitet worden sein). Außerdem wird in der Snorra-Edda gesagt, dass wenn sie in die Schlacht zieht, sie die Hälfte der im Kampf gefallenen Krieger bekäme (und Odin die andere Hälfte).
Sie ist die Schwester und vermutlich auch Frau von Freyr. Es wird jedoch an manchen Stellen auch der Gott Óðr als ihr Mann genannt.

Freyr
Freyr bedeutet im altnordischen „Herr“. Er zählt zu den Wanen und ist neben Odin und Thor der bedeutendste Gott der Mythologie.
In der Snorra-Edda wird er als vornehmster Gott beschrieben, der über Regen, Sonnenschein und das Wachstum der Erde herrscht. Er sollte demnach für gute Ernte und um Frieden angerufen werden. Außerdem wird er mit einem Eber assoziiert.
Freyr ist der Bruder von Freyja und dem Brauch der Wanen nach wohl auch ihr Mann. Es wird jedoch auch berichtet, dass er bei den Asen um die Riesentochter Gerđr wirbt.

Njörđr
Njörđr zählt ebenfalls zu den Wanen. Er herrscht über das Meer und den Wind und wurde somit für Seefahrt und Fischfang angerufen, außerdem kontrolliert er das Feuer und gilt als sehr reich.
Er wohnt am Meer und ist der Vater von Freyr und Freyja. Außerdem heiratet er Skađi, die Ehe verläuft jedoch nicht glücklich, da Skađi in den verschneiten Bergen leben will und Njörđr am Meer. Sie einigen sich zunächst darauf, abwechselnd 9 Tage an dem jeweiligen Ort zu wohnen, aber schließlich zieht Skađi dennoch gänzlich zurück in die Berge.
Hel
Der Name Hel beschreibt die Unterwelt, in die alle nicht im Kampf gestorbenen Menschen kommen. Bei Snorri wird darüber hinaus auch die Göttin der Unterwelt Hel genannt. Sie ist die Tochter von Loki und wird als düster und grimmig sowie halb schwarz, halb bleich beschrieben.
Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass es sich bei ihr um eine nachträglich erfolgte, dichterische Personifikation der Unterwelt handelt.
Tyr
Tyr (oder Týr, südlich auch Tiu oder Ziu) ist der einarmige Gott des Himmels, des Krieges und der Versammlung. Die Wochentagsnamen „Dienstag“ (früher: „Ziestag“) und „Tuesday“ sind ihm gewidmet.
Obwohl er vermutlich ein sehr wichtiger Gott war, ist in den Quellen nur wenig über ihn überliefert. Der Name Tyr könnte eventuell „Gott“ bedeutet haben, was seine zentrale Stellung nochmal beweisen würde.
In der Snorra-Edda wird beschrieben, dass Tyr seinen rechten Arm verlor, weil er diesen als Pfand einsetzte, als die Götter den Wolf Fenrir fesseln wollten. Bei dem Plan lockten sie den Wolf in eine List und legten ihn in magische Ketten. Da die Götter damit ihr Versprechen gegenüber Fenrir, ihn nicht zu betrügen, gebrochen hatten, biss dieser Tyr im Gegenzug den Arm ab. Tyr opferte den Arm somit willentlich, um die kosmische Ordnung (die von Fenrirs Freiheit gestört worden war) wieder herzustellen.

Heimdall
Die Bedeutung von Heimdalls Namen ist unklar, er könnte jedoch eventuell als „der die Welt beleuchtet“ übersetzt werden. Heimdall galt als Wächter der Götter und der Himmelsbrücke Bifröst, außerdem wurde er „Vater aller Menschen“ genannt.
Er wurde von neun Müttern geboren und wird mit dem Widder assoziiert. Heimdall ist der Todfeind Lokis und es wird vorhergesagt, dass sich die beiden gegenseitig zu den Ragnarök töten werden.
Skađi
Skađi ist eine „Skigöttin“, die mit Pfeil und Bogen auf die Jagd geht. Sie ist die Frau des Gottes Njörđr und die Mutter von Freyr und Freyja. Ihr Vater ist der Riese Thjazi.
Snorri erzählt, dass Thor Skađis Vater erschlug, woraufhin diese ihn rächen will. Die Götter bieten ihr daraufhin einen Vergleich an: sie darf sich unter den Asen einen Mann auswählen, bekommt dafür allerdings nur die Füße zu sehen. In Erwartung von Balder wählt sie denjenigen mit den schönsten Füßen, bei dem es sich dann aber um Njörđr handelt. Die Ehe verläuft unglücklich, weil sie nicht bei ihm am Meer leben möchte, sodass sie alleine zurück in die Berge zieht.
Sif
Sif ist Thors Frau und Mutter des Gottes Ullr. Ihre Stellung ist recht funktionslos, sodass vermutet wird, dass sie nur als Ergänzung zu Thor galt. Ihr Name bedeutet lediglich „angeheiratete Verwandte“.
Snorri erzählt eine Geschichte, bei der Loki als Streich Sifs Haare abschnitt. Thor war darüber sehr wütend, sodass Loki (unter Anderem) von Zwergen für Sif magisches Ersatzhaar aus Gold anfertigen ließ, dass wie richtiges Haar wächst.
Iđunn
Iđunns Name bedeutet „die Verjüngende“. Sie ist Bragis Frau und wird nur selten erwähnt, ihr Name verrät jedoch ihre besondere Aufgabe: sie verwahrt eine Truhe mit magischen Äpfeln, die die Götter essen wenn sie altern, um wieder jung zu werden.

Liste aller nordischen Götter
In der folgenden Tabelle sind alle bekannten Götter alphabetisch aufgelistet, mit ihrer Zuständigkeit sowie den wichtigsten Quellen (eine Erklärung zu den Abkürzungen folgt darunter).
| Gottheit | Herrschaftsbereich/Merkmal | wichtigste Quelle |
| Ägir | Meerriese, Züge eines Meergottes | Skaldsk, Ls |
| Balder | Gott des Lichts und des Guten | Gylf, Skaldsk |
| Bragi | Gott der Dichtung und Beredsamkeit | Gylf, Skaldsk, Grm, Ls, Grettis saga |
| Eir | Beste Heilerin der Asen | Gylf |
| Forseti | Gott, der Streitfälle entscheidet | Gylf, Skaldsk, Grm |
| Freyja | Göttin der Liebenden | Gylf |
| Freyr | Gott der Fruchtbarkeit, des Wetters, der Ernte, des Friedens, des Reichtums | Gylf, Vsp |
| Frigg | Hauptgöttin der Asen, Göttin der Frauen, Odins Frau | Gylf, Skaldsk |
| Fulla | Dienerin Friggs | Skaldsk |
| Gefjon | Fruchtbarkeits- und Schutzgöttin | Gylf, Ynglinga saga |
| Gná | Botin Friggs | Gylf |
| Gullveig | Wanin, Seherin/Zauberin, personifizierte Gier nach Gold | Vsp |
| Heimdall | Wächter der Götter und der Himmelsbrücke | Gylf, Grm, Ls, Vsp |
| Hel | Göttin der Unterwelt | Gylf |
| Hermóđr | Balders Bruder | Gylf |
| Hlín | Schutzgöttin der Menschen | Gylf |
| Höđr | Balers blinder Bruder | Gylf, Skaldsk |
| Hœnir | gibt Menschen den Verstand | Vsp |
| Iđunn | Hüterin der verjüngenden Äpfel | Gylf |
| Jörđ | Göttin der Erde, Asin/Riesin, Mutter von Thor | Gylf, Skaldsk, Thrk, Ls |
| Kvasir | Geschaffen im Friedensschluss zwischen Asen & Wanen, steht für Weisheit, Dichtkunst und Met | Gylf, Skaldsk |
| Lođurr | Gefährte Odins und Hœnirs, gibt den Menschen Schönheit und Lebenswärme | Vsp |
| Lofn | Göttin der Ehe und Erlaubnis | Gylf |
| Loki | Gott der List und Trickserei | Glyf, Skaldsk, Ls, Vsp |
| Magni | Sohn von Thor, der Starke | Skaldsk, Vm |
| Móđi | Sohn von Thor, der Zornige | Gylf, Skaldsk, Hym, Vm |
| Nerthus | Göttin der Erde | Germ |
| Njörđr | Gott des Meeres, der Winde, des Feuers und des Reichtums | Gylf, Skaldsk, Grm, Skm, Thrk |
| Odin | Hauptgott/Göttervater, Gott der Krieger, der Toten, der Magie, der Dichtkunst | Gylf, Skaldsk, Hrbl, Háv, Vm |
| Óðr | Ehemann von Freyja | Gylf, Skaldsk, Vsp |
| Rán | Göttin des Totenreichs am Grunde des Meeres/der Ertrunkenen, Frau von Ägir | Skaldsk |
| Rindr | Mutter von Odins Sohn Váli | Gylf |
| Sága | Schutzgöttin | Gylf, Grm |
| Sif | Frau von Thor mit goldenem Haar | Gylf, Skaldsk, Hym, Hrbl, Thrk |
| Sjöfn | Göttin der Liebe | Gylf |
| Skađi | Göttin der Jagd und des Skilaufs | Gylf, Skaldsk, Hdl, Grm, Ls |
| Snotra | kluge Göttin von gutem Benehmen | Gylf |
| Sol | Personifikation der Sonne | Gylf, Grm, Vm |
| Syn | Schutzgöttin, Bewacherin der Türen | Gylf |
| Thor | Gott des Donners | Gylf, Skaldsk, Grm, Thrk, Hym, Ls, Vsp |
| Tyr | Gott des Himmels, des Krieges und der Versammlung | Gylf, Skaldsk, Ls, Hym |
| Ullr | Skigott, Bogenschütze, Krieger, Sohn der Sif | Glyf, Skaldsk |
| Vali | Rächer Balders | Bdr, Hdl, Vm |
| Vár | Göttin der Treueschwüre | Gylf, Thrk |
| Vé | Bruder von Odin | Gylf, Ls |
| Vidar | starker und schweigsamer Gott | Gylf, Vsp, Vm, Grm |
| Vili | Bruder von Odin | Gylf, Ls |
| Wör | kluge Göttin die viele Fragen stellt | Gylf |
Quellen-Abkürzungen
Snorra-Edda
| Gylf | Gylfaginning/Gylfis Täuschung |
| Skaldsk | Skáldskaparmál/Die Sprache der Dichtkunst |
Lieder-Edda
| Bdr | Baldrs draumar/Balders Träume |
| Grm | Grímnismál/Grimnirlied |
| Háv | Hávamál/Sprüche des Hohen |
| Hdl | Hyndluljóð/Hyndlalied |
| Hrbl | Hárbarðsljóð/Harbardlied |
| Ls | Lokasenna/Lokis Spottrede |
| Skm | Skírnismál/Skirnirslied |
| Thrk | Thrymskviða/Thrymlied |
| Vm | VafÞrúðnismál/Wafthrudnirlied |
| Vsp | Völuspá/Die Weissagung der Seherin |
Tacitus
| Germ | Germania |

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FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Asen und Wanen?
Die Asen sind die größere und bedeutendere Götterfamilie, sie sind vorwiegend Götter des Krieges und der Herrschaft. Bei den Wanen handelt es sich vermutlich um Fruchtbarkeitsgottheiten.
Sind die nordischen Götter unsterblich?
Die Götter müssen regelmäßig die Äpfel der Iđunn essen, um jung zu bleiben. Außerdem ist prophezeit, dass die meisten von ihnen bei den Ragnarök den Tod finden werden. Sie können somit altern und sterben.
Was passiert bei Ragnarök?
Ragnarök ist das prophezeite Ende der Welt, bei dem die Götter gegen die Chaosmächte (wie Riesen, Midgardschlange, Fenriswolf) in die Schlacht ziehen. Fast niemand wird diesen Kampf überleben.
Welche nordische Göttin ist für Liebe zuständig?
Freyja gilt als die schöne Göttin der Liebenden. Aber auch Sjöfn wird als Göttin der Liebe bezeichnet, während Vár über Ehe und Treueschwüre wacht.
Wie wurden die nordischen Götter verehrt?
In der Glaubenspraxis gab es Steinaltäre im Freien („Hörgr“), Opfergaben („Blót“, meist Tiere aber manchmal auch Menschen), Feiertage und Runensteine mit Anrufungen. Kleine Thor-Hämmer wurden als Amulette getragen und die Namen der Götter wurden häufig in Personen- und Ortsnamen eingebunden.
Quellen
- Die Edda des Snorri Sturluson
- Die Götterlieder der Älteren Edda
- Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie (2021)
- Krause, Arnulf: Die Götter und Mythen der Germanen (2020)


