Greta Thunberg: Alles ĂŒber die schwedische Klimaaktivistin

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Greta Thunberg ist eine der bekanntesten Klimaschutzaktivistinnen unserer Zeit. Aus ihrem Protest als einzelne SchĂŒlerin in Stockholm entwickelte sich die globale Bewegung Fridays for Future, an der heute Menschen aus allen Alters- und Berufsgruppen beteiligt sind. Alles zum Leben und politischen Wirken Greta Thunbergs findest du hier.

Greta Thunberg
Greta Thunberg
Klimaaktivistin

Greta Ernman Thunberg (geb. 3. Januar 2003 in Stockholm) ist eine schwedische Klimaaktivistin, die besonders durch ihre Schulstreiks fĂŒr das Klima bekannt geworden ist. Die Initiative wuchs zur globalen Bewegung Fridays for Future, welche sich fĂŒr die Senkung von Emissionen und ein vermehrtes Einschalten der Politik einsetzt, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Geboren:3. Januar 2003 in Stockholm
Auszeichnungen (Auswahl):Schwedische Frau des Jahres (2019), Ambassador of Conscience Award (2019), Right Livelihood Award (2019), Preis fĂŒr Menschlichkeit (2020)
Urheber- und Rechteangaben: Urheber: European Parliament; Material: https://de.wikipedia.org/wiki/Greta_Thunberg#/media/Datei:Greta_Thunberg_urges_MEPs_to_show_climate_leadership_(49618310531)_(cropped).jpg; Lizenz: CC BY-SA 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de, unverÀndert.

Leben: FrĂŒhes Interesse am Klima

Greta Thunberg wurde am 3. Januar 2003 in Stockholm als Tochter einer OpernsĂ€ngerin und eines Schauspielers geboren. Nach eigenen Angaben begann ihr Interesse am Klimawandel in der Grundschule, woraufhin sie darĂŒber las. In der Folge hatte sie mit Depressionen und einer Essstörung zu kĂ€mpfen. Mit 12 Jahren wurde außerdem festgestellt, dass sie auf dem Autismus-Spektrum liegt.

Neben persönlichen Entscheidungen wie einer veganen ErnĂ€hrung und nicht mehr zufliegen, um Emissionen zu vermeiden, gewann sie 2018 einen Schreibwettbewerb zur Umweltpolitik des Svenska Dagbladets. Der daraufhin entstehende Kontakt mit Aktivisten soll sie motiviert haben, sich ebenfalls öffentlich fĂŒr den Klimaschutz einzusetzen.

2018/19 machte Greta einen Schulabschluss mit sehr guten Noten und entschloss sich, da ihre Pflicht zum Schulbesuch erfĂŒllt war, ein Jahr dem Aktivismus zu widmen, bevor sie im August 2020 auf einem Stockholmer Gymnasium den Schulbesuch fortsetzte.

Wirken und Aktivismus: 2018 – heute

Greta Thunbergs Wirken als öffentliche Aktivistin begann 2018, drei Wochen vor der schwedischen Reichstagswahl. So stellte sie sich mit einem Schild, das die Aufschrift Skolstrejk för Klimatet, also Schulstreik fĂŒr das Klima, trug, vor das ReichstagsgebĂ€ude in Stockholm. Dies setzte sie bis zur Wahl tĂ€glich und anschließend jeden Freitag fort.

Greta Thunberg: Aktivismus
Das Schmelzen der Pole ist eine der Auswirkungen des Klimawandels.

Position: Was fordert Greta Thunberg?

Greta Thunberg setzt sich dafĂŒr ein, dass die Politik aktiv daran arbeitet, die globalen Emissionen zu senken und das Klima zu schĂŒtzen. Sie argumentiert, dass dem Konsens unter Klimawissenschaftlern zu Folge der Klimawandel besonders die jĂŒngere Generation schwer treffen wird, wenn keine Änderungen stattfinden.

Dies betrifft zum Beispiel DĂŒrren und Missernten, eine Steigung des Meeresspiegels, die Landstriche unbewohnbar machen kann, und das Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten, die sich nicht schnell genug an steigende Temperaturen anpassen können.

Daher fordert Greta, dass besonders die wohlhabenden LÀnder Emissionen senken, da sie es sich leisten können und es in ihrer Verantwortung liege. So möchte sie den Streik fortsetzen, bis Schweden seine Emissionen dauerhaft um 15% gesenkt hat.

Kritikern, die ihr vorhalten, sie sei keine Wissenschaftlerin, hÀlt sie entgegen, dass der Konsens der Wissenschaftler ihre Position bestÀtigt, die Politik den Forderungen der Wissenschaft aber nicht Folge leiste.

Fridays for Future: Vom SchĂŒlerstreik zur globalen Bewegung

Aktivisten bei einer Fridays for Future-Demonstration

Die Initiative Fridays for Future entwickelte sich aus Gretas Skolstrejk for Klimatet, indem immer mehr Menschen begannen, vor ihren lokalen RegierungsgebĂ€uden zu streiken. Zu Anfang waren dies besonders SchĂŒler, was eine Diskussion um die VernachlĂ€ssigung der Schulpflicht auslöste, jedoch entstanden daraus auch Untergruppen wie Scientists for Future, Parents for Future oder Students for Future.

Im April 2019 stellten Fridays for Future ihre Forderungen an die Politik vor, welche zuvor in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern ausgearbeitet worden waren. Außerdem wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um zu zeigen, dass die Forderungen technisch umsetzbar sind. So fordert die Bewegung unter anderem:

  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035
  • Ende der Subventionierung fĂŒr fossile EnergietrĂ€ger
  • CO2-Steuer

Politisches Wirken: BerĂŒhmte Reden

In Folge ihres Aktivismus wurde Greta eingeladen, auf einigen internationalen politischen Veranstaltungen zu sprechen, darunter auf der UN-Klimakonferenz in Katowice 2018, dem Weltwirtschaftsforum in Davos 2019, dem EuropĂ€ischen Wirtschafts- und Sozialausschuss in BrĂŒssel, dem UN-Klimagipfel und der 25. UN-Klimakonferenz. Um nach New York City zu gelangen, ĂŒberquerte sie den atlantischen Ozean an Bord einer Segelyacht und eines Katamarans.

Dazu kamen Treffen mit politischen EntscheidungstrĂ€gern wie dem PrĂ€sidenten des EuropĂ€ischen Parlaments. Wie groß ihr Einfluss und Wirken ist, zeigt sich darin, dass sie 2019 vom renommierten Time-Magazin zur Person of the Year gewĂ€hlt wurde – als bislang jĂŒngste Person.

Kritik

Besonders in den sozialen Medien erfuhr Greta Thunberg viel Zuspruch, aber auch viel Kritik. Insbesondere Politiker rechter Parteien nutzten ihre Autismus-Diagnose, ihr Alter und ihr Geschlecht, um sie zu diskreditieren. Außerdem wurde ihr vorgeworfen, dass sie Jugendlichen schade, indem sie sie zum SchulschwĂ€nzen animiere.

Greta Thunbergs Reden bei Thalia