Reisen

Island-Rundreise mit dem Auto: Unterwegs im Land der Vulkane

  1. Home
  2. â€ș
  3. Reisen
  4. â€ș
  5. Island-Rundreise mit dem Auto: Unterwegs im Land der Vulkane

Nicht nur Festlandskandinavien ist ein beliebtes Reisegebiet fĂŒr Naturliebhaber. Auch Island und die FĂ€röer werden unter anderem ihrer wunderschönen Natur wegen gerne bereist. Gerade eine Rundreise auf der Ringstraße ist fĂŒr viele ein Traum.

Was spricht fĂŒr eine Island-Rundreise?

Fast nirgendwo gibt es so viele beeindruckende Naturschauspiele auf einer Insel wie in Island. Und gerade wenn du das erste Mal in Island bist, kannst du dir ĂŒber die Ringstraße einen Überblick ĂŒber das ganze Land verschaffen.

Je nachdem, wie viel Zeit du mitbringst, lohnen sich Abstecher zu abgelegeneren Teilen des Landes. Fernab der touristischen Pfade findest du kleine Reiterhöfe, natĂŒrliche heiße Quellen und leere StrĂ€nde.

Aber da Island nicht nur immer beliebter bei Touristen wird, sondern auch klimatisch rau ist, gibt es einige Dinge bei der Planung zu beachten. Gerade, wenn man mit dem Auto unterwegs ist oder sogar campen möchte, sollte man sich vorbereiten, denn die mitunter arktische Natur ist auch im Sommer nicht zu unterschÀtzen.

Wie lange dauert eine Island-Rundreise mit dem Auto?

Wenn du dich fĂŒr eine Rundreise mit dem Auto oder Camper entscheidest, fragst du dich sicher, wie viel Zeit du einplanen solltest. Die Antwort darauf hĂ€ngt unter anderem davon ab, zu welcher Jahreszeit du reist.

Im SpĂ€tfrĂŒhling, Sommer und FrĂŒhherbst kannst du die Ringstraße in einer Woche schaffen. Im Winter solltest du allerdings damit rechnen, dass du deutlich langsamer vorankommst. Mindestens zwei Wochen solltest du deshalb in den Wintermonaten auf jeden Fall einplanen.

Hast du weniger Zeit, lohnt sich auch ein Urlaub in ReykjavĂ­k. Von dort aus kannst du einige TagesausflĂŒge in die Natur unternehmen. Aber auch in der Hauptstadt selbst gibt es einiges zu entdecken. Das Geothermalbad Blue Lagoon zum Beispiel. Allerdings musst du hier besonders in der Hauptsaison mit großem Andrang rechnen. Außerdem solltest du dir auch die Golden Circle Route anschauen.

Welche Strecken bieten sich fĂŒr eine Island-Rundreise besonders an?

Wenn du eine Islandreise mit dem Auto planst, stehen dir von ReykjavĂ­k aus zwei besonders empfehlenswerte Strecken offen. NatĂŒrlich kannst du deine Route auch individueller planen, aber die vorgestellten Möglichkeiten empfehlen sich, weil sie Zugang zu besonders vielen SehenswĂŒrdigkeiten haben.

Beliebte Orte entlang der Ringstraße sind unter anderem das kleine KĂŒstendorf VĂ­k im SĂŒden, mit seiner wunderschönen alten Kirche und dem schwarzen Strand, und Höfn im SĂŒdosten, das von Gletschern umrandet ist. Besonders der JökulsĂĄrlĂłn, ungefĂ€hr eine Stunde von Höfn entfernt, bietet sich fĂŒr Gletschertouren an.

Wenn du Wale und Delfine beobachten möchtest, solltest du HĂșsavĂ­k im Norden der Insel ansteuern. Hier findest du auch das beeindruckende Walmuseum und etwas weniger stark besuchte geothermale Quellen.

Die Golden Circle Route – Die Kurzvariante

Die etwa 300km lange Golden Circle Route ist die ideale Strecke, wenn du dich auf die Region rund um ReykjavĂ­k konzentrieren möchtest oder einfach etwas weniger Zeit hast. Aber auch, wenn sich diese Strecke bei guten WetterverhĂ€ltnissen in ca. drei bis vier Stunden abfahren lĂ€sst, solltest du ausreichend Zeit fĂŒr Zwischenstopps einplanen.

Thingvellir Nationalpark: Ein Naturwunder mit Geschichte

Island Ringstraße Thingvellir Nationalpark
Wasserfall im Thingvellir Nationalpark

Der Thingvellir Nationalpark ist ein Zwischenstopp an der Golden Circle Route, fĂŒr den du dir auf jeden Fall Zeit lassen solltest. Mit dem Auto erreichst du ihn von ReykjavĂ­k aus in ungefĂ€hr 45 Minuten. Hier fanden ab 900 nach Christus die ersten Volksversammlungen islĂ€ndischer Siedler statt. WĂ€hrend des Hochmittelalters wurden außerdem Gesetze beschlossen und Gerichtsprozesse abgehalten.

Der Ort ist fĂŒr die IslĂ€nder kulturell von großer Bedeutung. Sei hier also besonders rĂŒcksichtsvoll, wenn du dir den See Thingvallavatn und die umliegende Landschaft anschaust. Auch ein Besuch der Thingvallakirkja, einer Kirche aus dem 19. Jahrhundert, lohnt sich.

Haukadalur: Erlebe den Vulkanismus

Die nĂ€chste Attraktion an der Golden Circle Route ist das Haukadalur, ein Tal, das dir den islĂ€ndischen Vulkanismus deutlich vor Augen fĂŒhrt.. Hier kannst du nicht nur den Geysir Strokkur besuchen, fĂŒr den das Gebiet besonders bekannt ist, sondern auch etliche heiße Quellen.

Gullfoss: Der zweistufige Wasserfall

Einige Kilometer weiter findest du den Gullfoss, einen besonders beeindruckenden Wasserfall, den du dir an der Golden Circle Route auf jeden Fall ansehen solltest. Die Schlucht, in die der Gletscherfluss HvĂ­tĂĄ hier ĂŒber zwei Stufen hinabstĂŒrzt, wird bis zu 70 Meter tief.

Die Ringstraße – Der Klassiker fĂŒr den Island-Roadtrip

Die Ringstraße, oder auf IslĂ€ndisch Hringvegur, ist der Klassiker, was Autoreisen auf Island angeht. Wenn du das erste Mal dort bist und dir einen Überblick ĂŒber das ganze Land verschaffen möchtest, bietet sich diese Straße an, denn sie fĂŒhrt sich auf etwas ĂŒber 1200 Kilometern einmal rund um die Insel.

Von ihr aus erreichst du zahlreiche SehenswĂŒrdigkeiten, StĂ€dte und Dörfer. Aber auch Abstecher auf die Hochebenen im Osten oder das westliche Fjordland sind möglich. FĂŒr letzteres solltest du aber ein gelĂ€ndetaugliches Fahrzeug und die passende Reisezeit wĂ€hlen.

Mit dem Tempolimit vom 90km/h, das auf der Ringstraße bis auf einige Ausnahmen (besonders die nicht asphaltierten Streckenabschnitte im Norden sind hier zu nennen) gilt, schafft man die Ringstraße unter guten Bedingungen in ungefĂ€hr 14 Stunden Fahrtzeit.

Möchte man etwas sehen, sollte man sich diese auf mindestens eine Woche verteilen. Wenn du lieber entspannt reist, nicht so viel pro Tag fahren möchtest oder im Winter unterwegs bist, solltest du allerdings lieber ein Minimum von zwei Wochen einplanen.

IslĂ€ndische Ringstraße Stopps

Island: Gibt es große StĂ€dte?

Island ist nicht besonders urban. Besonders die StadtgrĂ¶ĂŸen unterscheiden sich von dem, was du vermutlich aus Deutschland gewohnt bist. ReykjavĂ­k, die nördlichste Hauptstadt der Welt, hat gerade einmal etwa 130.000 Einwohner, also so viel wie eine kleine deutsche Großstadt. Platz 2 belegt KĂłpavogur mit circa 36.000 Einwohnern, danach nehmen die Zahlen schnell ab.

Aber auch wenn ReykjavĂ­k nicht so groß ist wie zum Beispiel die europĂ€ischen Metropolen London oder Paris, gibt es im kulturellen Zentrum der Insel viel zu sehen. Museen, landestypische SpezialitĂ€ten, die islĂ€ndische Kunst- und Musikszene und sogar ein reges Nachtleben finden sich hier.

Ist eine Island-Rundreise mit dem Auto im Winter sicher?

Island Rundreise Winter
Island im Winter

Gerade wer die Nordlichter sehen möchte, entscheidet sich fĂŒr eine Islandrundreise im Winter. Mit dem Auto solltest du das aber nur wagen, wenn du schon Fahrerfahrung auf verschneiten Straßen hast.

Entlegenere Gebiete solltest du im Winter außerdem eher meiden, denn wenn du dich mit dem Gebiet und Wetter der Region nicht auskennst, kann das schnell gefĂ€hrlich werden.

Bleibst du auf der Ringstraße ist gegen eine Rundreise im Winter allerdings nichts einzuwenden, wenn du Fahrerfahrung und das nötige Equipment hast. Vom Camping im Winter ist abzuraten, wenn du nicht gerade sehr erfahren mit dem Zelten unter extremen Bedingungen bist.

Die Einkehr in GasthÀusern oder Tagestouren von der Unterkunft aus bieten dir eine sicherere Möglichkeit, die Polarlichter zu bestaunen.

Mietwagen oder sogar eigenes Auto zur Island-Rundreise?

Wenn du dein eigenes Fahrzeug mitbringen möchtest, ist das möglich. Dazu nimmst du die FÀhre von Hirtshals aus, die mit einem Zwischenstopp auf den FÀröer-Inseln innerhalb nach drei Tagen Island erreicht. Das ist allerdings tendenziell teurer als die Kombination aus Flug und Mietwagen.

Besonders wenn du dir die Zeit nehmen kannst, solltest du allerdings definitiv darĂŒber nachdenken. Denn die FĂ€hrfahrt ist definitiv ein Erlebnis fĂŒr sich. Und gerade, wenn du nicht in der Hauptsaison reist, auch gar nicht so teuer, wie du vielleicht erwartest.

NatĂŒrlich gibt es auch die Möglichkeit, sich einen Mietwagen zu mieten. Wenn du planst, ĂŒberwiegend auf befestigten Straßen wie der Ringstraße unterwegs zu sein und nicht im Winter reist, benötigst du keinen GelĂ€ndewagen. Gerade wenn dein Budget nicht so groß ist, lohnt es sich sehr, auf einen Klein- oder Mittelklassewagen zurĂŒckzugreifen.

Camping in Island

Was die Unterkunft betrifft, hast du im Groben zwei Möglichkeiten: Unterkunft mieten oder Camping. WÀhrend den wÀrmeren Monaten wÀhlen dabei viele das Camping mit dem Zelt. Dabei ist es auf einem der zahlreichen idyllisch gelegenen CampingplÀtze auf der Insel auch kein Problem, die Natur hautnah zu erleben.

Planst du deinen Urlaub in der Hauptsaison, solltest du gerade auf CampingplĂ€tzen entlang der Ringstraße vorher buchen. In der Nebensaison und auf abgelegeneren PlĂ€tzen ist es aber in der Regel kein Problem, auch spontan unterzukommen.

Außerdem solltest du prĂŒfen, ob sich die islĂ€ndische Campingcard fĂŒr dich lohnt. Sie erlaubt zwei Erwachsenen und bis zu vier Kindern unter 16 Jahren das Übernachten auf vielen CampingplĂ€tzen in ganz Island. Das Maximum sind dabei 28 NĂ€chte pro Jahr und die Kosten betragen 159 Euro. Die Touristenabgabe von etwas unter 3 Euro pro Zelt, Dusch- und WaschgebĂŒhren sind darin allerdings nicht enthalten.

Ein Ferienhaus in Island mieten

Die zweite Möglichkeit, wĂ€hrend einer Islandrundreise zu ĂŒbernachten, sind Hotels, Ferienwohnungen und FerienhĂ€user. Die ersten beiden Optionen findest du eher in ReykjavĂ­k, wĂ€hrend FerienhĂ€user und Fremdenzimmer auch in lĂ€ndlicheren Gegenden anzutreffen sind.

Das Preisniveau ist dabei, wie auch insgesamt, etwas höher als in Deutschland, aber gerade, wenn du sonst mit dem Zelt unterwegs bist, ist es wahrscheinlich, dass du irgendwann einmal Lust auf ein warmes Bett bekommst. Auch ein Wetterumschwung oder Sturm kann dir Schlafen im Freien ungemĂŒtlich machen. FĂŒr solche Situationen bietet sich ein Ferienhaus als Ausweichoption wunderbar an.

Anreise nach Island

FÀhre von Hirtshals nach Seyðisfjörður

Island Anreise FĂ€hre
Island ist mit der FĂ€hre und dem Flugzeug erreichbar.

Die Anreise mit der FĂ€hre erfolgt von DĂ€nemarks nördlichstem Hafen Hirtshals aus ĂŒber die TĂłrshavn, die Hauptstadt der FĂ€röer, bis zum islĂ€ndischen Hafen SeyĂ°isfjörĂ°ur im Osten Islands. Bedient wird diese Strecke nur von der Smyril Line mit der MS Norröna. Dabei ist es in der Sommersaison möglich, drei Tage auf den FĂ€röern zu verbringen, bevor man die Reise nach Island fortsetzt.

Flugzeug nach KeflavĂ­k

Die meisten Airlines steuern Reykjavík an. Der Flughafen Keflavík (gesprochen: Keplavik) liegt mit dem Auto ungefÀhr eine Dreiviertelstunde von der islÀndischen Hauptstadt entfernt. Mit dem Bus musst du etwas mehr Zeit einplanen.

Island-Rundreise mit dem Auto: Tipps auf einen Blick

  • In der Nebensaison ist es ruhiger und gĂŒnstiger.
  • Die meisten CampingplĂ€tze sind von Juni bis September geöffnet.
  • In der Hauptsaison solltest du vorher buchen; in der Nebensaison bekommst du in der Regel auch spontan einen Platz.
  • ÜberprĂŒfe mehrmals tĂ€glich die Wetter- und StraßenverhĂ€ltnisse.
  • Bereite dich auch bei einem Campingurlaub darauf vor, hin und wieder auf eine feste Unterkunft auszuweichen.
Camping- und WanderausrĂŒstung bei Naturzeit