Westmännerinseln: Die vulkanische Inselgruppe vor Island

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Die Westmännerinseln, auf Isländisch Vestmannaeyjar, sind vielleicht nicht das bekannteste Reiseziel in Island, aber eines, das sich definitiv lohnt: Hier findest du unberührte Natur, spektakuläre Panorama-Ausblicke auf das Meer und nicht zuletzt Ruhe und Gelassenheit. Erfahre alles über die außergewöhnliche Inselgruppe.

Wo liegen die Westmännerinseln und was macht sie so besonders?

Die Gruppe aus 14 Inseln, 30 Schären und 30 Felsen liegt südlich der isländischen Küste. Mit einer Fläche von 13,4 Quadratkilometern ist Heimaey („Heimatinsel“) die größte der Inseln und als einzige von ihnen bewohnt. Insgesamt leben hier 4.300 Einwohner.

Der Name „Westmännerinseln“ geht auf irische Sklaven zurück, welche auf die Inseln flohen, nachdem sie ihren Herrn umgebracht hatten. Sie wurden von den Norwegern Westmänner genannt.

Ein einsamer Strandabschnitt auf den Westmännerinseln

Die Entstehungsgeschichte der Westman Islands, wie sie im Englischen genannt werden, ist einzigartig und macht ihren ganz besonderen Charme aus: Sie sind mit einem submarinen Vulkansystem verbunden und so nach und nach durch unterseeische Vulkanausbrüche entstanden. Die ältesten Inseln sind vor rund 10.000 Jahren aus dem Wasser aufgetaucht. Die neueste entstand erst durch einen Vulkanausbruch im Jahr 1963. Dieser machte dieVestmannaeyjar weltberühmt.

Die innerhalb von 4 Jahren aus Magma entstandene Insel trägt heute den Namen Surtsey und stellt den südlichsten Punkt Islands dar. NachHeimaey handelt es sich um die zweitgrößte der Westmännerinseln und sie wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Allerdings ist sie nicht für Besucher zugänglich, sondern darf nur zu wissenschaftlichen Zwecken betreten werden.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten auf den Westmännerinseln

Wenn du einen Trip auf die Westmännerinseln planst, solltest du dir vorher überlegen, ob du einen Tagesausflug (zum Beispiel vonReykjavík aus) oder einen längeren Aufenthalt mit Übernachtung machen möchtest. Für Naturfans hält die Inselgruppe nämlich einiges bereit, sodass es sich lohnen kann, etwas länger zu verweilen.

Heimaey: Kulturelle und historische Sehenwürdigkeiten

Die Stabkirche aufHeimaey

Die meisten Attraktionen sind auf der Hauptinsel Heimaey zu finden, so auch die Stabkirche von Heimaey oder auch „Stafkirkjan“. Sie liegt nahe des Hafens und stellt den Nachbau einer mittelalterlichen Kirche aus dem Jahr 2000 anlässlich des tausendjährigen Jubiläums der Annahme des Christentums in Island dar. In der Nähe der Kirche befindet sich die Festungsanlage „skansinn“ aus dem 16. Jahrhundert.

Außerdem werden auf Heimaey organisierte Bustouren sowie eine rund 1,5 Stunden lange Bootstour rund um die Insel angeboten. Beides sollte im Voraus gebucht werden.

Darüber hinaus gibt es mehrere Museen, wie das Stadtmuseum und das Museum „Eldheimar“, die sich mit dem verheerenden Vulkanausbruch von 1973 beschäftigen. Das Medizin-Museum „Landlyst“ befindet sich in der ersten Entbindungsstation Islands. 

Natur und Landschaft der Vulkaninseln

Weitere beliebte Unternehmungen sind Wanderungen auf die vielen vulkanischen Gipfel der Inseln. Als besonderes Highlight gilt der Aufstieg auf den rund 200 Meter hohen Krater Eldfell über das schwarze Lavafeld Kirkjubæjarhraun.

Es wird auch „Pompeji des Nordens“ genannt, da durch den Ausbruch des Eldfell im Jahr 1973 mehrere Straßen und Häuser unter dem erkalteten Gestein begraben wurden. Vom Gipfel aus hat man einen beeindruckenden Ausblick über die Stadt Heimaey, den Hafen und das Lavafeld. Bei klarem Himmel lassen sich auch die Gletscher der isländischen Südküste entdecken.

Papageientaucher brüten ab April auf den Westmännerinseln.

Außerdem gibt es auf den Westmännerinseln mehrere Strandabschnitte, an denen man ganz sicher seine Ruhe findet. Ruhig muss man übrigens auch sein, um Papageientaucher beziehungsweise Puffins zu beobachten: Auf der Inselgruppe lebt die größte Kolonie Islands und ab April beginnt ihre Brutzeit.

Der beste Ort zur Beobachtung ist Stórhöfði, ein Brutplatz an der südlichsten Spitze von Heimaey. Aber Achtung: Es handelt sich auch um den windigsten Ort Europas.

Anreise auf die Westmännerinseln

Die Anreise nachHeimaey mit der Fähre ist ein Erlebnis.

Um auf die Westmännerinseln zu gelangen, gibt es die Möglichkeit per Inlandsflug von Reykjavík nach Vestmannaeyjar zu fliegen. In nur 25 Minuten hat man so die Inseln erreicht. Alternativ legt vom Hafen Landeyjahöfn die Fähre „Herjólfur“ ab, die nur 30 Minuten für das Pendeln nach Heimaey braucht.

Allerdings ist ein Auto aufVestmannaeyjar nicht unbedingt notwendig und kann auch direkt am Hafen geparkt werden, wenn man sich zu Fuß fortbewegen möchte.

Die ideale Reisezeit für die Westmännerinseln ist im späten Frühling und Sommer. Im Winter ist es besonders kalt und windig, außerdem haben einige Restaurants geschlossen und die Überfahrt auf die Inseln dauert deutlich länger. Wer Papageientaucher sehen möchte, kommt am besten zwischen April und August.

Unterkünfte und Hotels auf den Westmännerinseln

Wer einen längeren Aufenthalt auf den Inseln plant, sollte am besten vorher eine Unterkunft buchen. Denn wer sich spontan entscheidet, riskiert, dass alles ausgebucht sein könnte. Allerdings gibt es eine Auswahl verschiedener Unterkünfte, wie Hotels, Gästehäuser, Ferienwohnungen und sogar Campingplätze (u.a. mit Glamping-Angebot in Hütten).

Ausführliche Tipps und Eindrücke rund um die Wsrmännerinseln gibt es auch hier:

AB AUF DIE WESTMÄNNERINSELN - TEIL 12 DER ISLAND RUNDREISE
Hotels auf den Westmännerinseln bei trivago