Hardangervidda: Europas größte Hochebene

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Du liebst Norwegen, gehst gerne wandern und hast kein Problem mit wechselnden, teils arktischen Wetterbedingungen und Übernachtungen in der freien Natur? Dann ab zur Hardangervidda! Auf Europas größter Hochebene gibt es unzählige Wanderrouten, auf denen man sich in der beeindruckenden Natur Norwegens verlieren kann. Tipps zu Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten und Touren findest du hier!

Was ist die Hardangervidda und wo liegt sie?

Die Hardangervidda ist die größte Hochebene Europas und liegt im südwestlichen Teil von Norwegen in den Provinzen Viken, Vestland und Vertfold og Telemark. Sie umspannt eine Fläche von ungefähr 8000 km² und liegt auf durchschnittlich 1300 Meter Höhe und damit über der Baumgrenze, weshalb es in der Hochebene nur Büsche und Sträucher gibt. Der höchste Punkt der Hardangervidda ist der Hardangerjökull, ein 1,863 Meter hoher Gletscher.

Was ist die Hardangervidda
Die Hardangervidda ist ein Hochplateau und Nationalpark in Norwegen.

Auf dem Gebiet der Hardangervidda befindet sich auch der gleichnamige Nationalpark, der 1981 angelegt wurde, und 3422 km² der Hochebene umfassen. Er ist damit der größte Nationalparks von Norwegen und ein sehr beliebtes Ziel für Touristen, die die unberührte und raue Natur der Hochebene auf Wanderungen und anderen Touren besser kennenlernen wollen. Nahe der Hardangervidda endet der Hardangerfjord, der zweitlängste Fjord Norwegens, der sich südlich von Bergen von der Atlantikküste aus bis ins Landesinnere zur Hochebene erstreckt.

Hardangervidda: Wetter

Auf der Hardangervidda herrscht Arktisches Klima und es gibt keine Garantie für beständiges Wetter, sodass man auf jeden Fall gut ausgerüstet anreisen sollte. In den Wintermonaten gibt es zudem viel Schneefall und die Temperaturen können in die niedrigen Minusgrade fallen. Die beste Reisezeit und Hauptsaison für Wanderer, die nicht ins dichte Schneegestöber geraten wollen, ist daher von Mai bis August – aber auch hier ist jederzeit mit Regen zu rechnen.

Hardangervidda: Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Wandern und Trekking in der Hardangervidda

Die Hardangervidda ist ein Paradies für Wanderer und dementsprechend beliebt. Egal ob Tagesausflüge oder mehrtägige Trekking-Touren, in der Hochebene gibt es unzählige Wanderwege und -routen, die durch die karge, aber dennoch beeindruckende und unberührte Natur führen. Informationen zu den Wegen, aber auch zur Hardangervidda an sich, findet man in den Informationszentren in Eidfjord und Tinn oder online.

Die beliebtesten Routen sind die Nord-Süd-Durchquerung von Finse bis nach Haukeli und die Ost-West-Durchquerung von Geilo bis nach Liseth. Beide Routen dauern ungefähr eine Woche, können aber – wenn man selbstständig mit dem Zelt unterwegs ist – natürlich nach Belieben verlängert oder auch verkürzt werden.

Hardangervidda: Wandern und Trekking
Trekking und Wandern sind die beliebtesten Aktivitäten in der Hardangervidda.

Generell sollte man sich darauf vorbereiten, dass die Wanderungen recht anstrengend sein können. Die Wanderwege sind größtenteils naturbelassen, sodass man sich auf steinige, sumpfige oder ähnliche ungewohnte Wegverhältnisse einstellen muss. Wie oben bereits erwähnt ist die Hardangervidda ein sehr beliebtes Ziel für Wanderer, aufgrund ihrer schieren Größe fällt das aber nicht wirklich auf und man ist häufig alleine unterwegs.

Hardangerjøkul

Wer wirklich arktische Verhältnisse sucht, sollte einen Ausflug zum Hardangerjøkul machen. Der Gletscher ist an seiner höchsten Stelle über 1.860 Meter hoch – und damit der sechstgrößte Gletscher Norwegens – und lockt mit eisigen Temperaturen und Verhältnissen. Er liegt am nordwestlichen Ende der Hardangervidda und ist ihre höchste Erhebung.

Wer einen Trip um oder auf den Hardangerjøkul plant, sollte den Bahnhof Finse als Startpunkt wählen. Finse ist mit 1.222,2 Metern der höchstgelegene Bahnhof in Nordeuropa und liegt am nördlichen Rand der Hardangervidda ganz in der Nähe zum Gletscher. Von hier aus starten Wanderwege und geführte Touren (Trekking, Klettern, Skifahren).

Hardangervidda: Hardangerjøkul
Am Nordrand der Hardangervidda erhebt sich der Gletscher Hardangerjøkul.

Vøringsfoss

Der Vøringsfossen ist ein spektakulärer Wasserfall, bei dem das Wasser mit einer Fallhöhe von 182 Metern vom westlichen Rand der Hardangervidda bei Eidfjord in die Tiefen stürzt. Er ist einer der bekanntesten und populärsten Wasserfälle in Norwegen überhaupt und dementsprechend auch ein beliebtes Wanderziel. Die Wanderung zum Vøringsfossen geht durch ein beeindruckendes Flusstal am Rand der Hardangervidda und dauert nicht allzu lange, ist allerdings auch etwas anspruchsvoller.

Hardangervidda: Vøringsfossen
Der spektakuläre Vøringsfossen befindet sich am Westrand der Hardangervidda.

Hardangervidda: UnterkĂĽnfte

Hardangervidda: Camping

Wie in ganz Norwegen gilt auch in der Hardangervidda das Jedermannsrecht, das das Camping in der freien Natur erlaubt. So kann man je nach Belieben und Planung einfach sein Zelt aufbauen. Man sollte dennoch darauf achten, Abstand zu anderen Campern und Wanderhütten zu halten, sodass man niemanden stört. Ebenfalls sollte man seine Übernachtungsstelle natürlich so hinterlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Sachen, die du auf gar keinen Fall für einen Wildcamping-Trip vergessen solltest, findest du auf unserer Packliste für Wildcamping in Schweden.

Hardangervidda: Camping
Das Jedermannsrecht erlaubt das Wildcamping in der Hardangervidda.

Plant man nur Tagestouren in der Hardangervidda oder traut man sich das Camping in der freien Natur noch nicht zu, kann man auch auf einem der Campingplätze in den Orten um die Hardangervidda herum unterkommen, beispielsweise in Kinsarvik oder Eidfjord.

Mikkelparken Ferietun
ab 36,00 €
Richtpreis
Angebot
Kinsarvik Camping
ab 39,30 €
Richtpreis
Angebot

WanderhĂĽtten in der Hardangervidda

Eine Alternative zum Wildcamping in der Hardangervidda sind die Hütten des Norwegischen Wandervereins (DNT). Diese kann man zu großen Mengen in der Hochebene finden und sind entweder zur Selbstverpflegung (teilweise mit gefüllter Speisekammer) oder bewirtschaftet mit Vollpension. Vor Reiseantritt sollte man sich dementsprechend über Reservierungen, Öffnungszeiten und Preise informieren und vorbereiten. Für die Selbstversorger-Hütten benötigt man einen DNT-Schlüssel, den man sich nur als DNT-Mitglied kaufen oder leihen kann.

Hardangervidda: HĂĽtten
Die HĂĽtten des Norwegischen Wandervereins stehen fĂĽr Ăśbernachtungen bereit.

Anreise zur Hardangervidda

Anreise mit Auto und Fähre

Wer mit dem eigenen Auto nach Norwegen reisen will, kommt an einer Autofähre wohl nicht vorbei. Fähren nach Norwegen fahren von Norddeutschland oder Norddänemark aus, beispielsweise nach Oslo oder Kristiansand â€“ von beiden Städten dauert die Weiterfahrt bis zur Hardangervidda dann noch etwa fĂĽnf bis sechs Stunden. Alternativ kann man nach Schweden reisen, beispielsweise nach Göteborg, muss dann allerdings eine noch längere Autofahrt in Kauf nehmen.

Anreise mit dem Flugzeug

Möchte man bequem mit dem Flugzeug nach Norwegen reisen, sollte man Bergen ansteuern. Der dortige Flughafen ist der zweitgrößte Flughafen Norwegens und wird von ganz Europa aus angeflogen, von Deutschland aus von Frankfurt. Alternativ kann man auch einen Zwischenstopp in Oslo, Stockholm oder Kopenhagen machen.

Von Bergen aus braucht man mit dem Auto zwei bis drei Stunden zur Hardangervidda, sodass sich ein Mietwagen lohnt. Alternativ kann man mit der Bergenbahn oder Bussen weiterreisen, die Orte um die Hardangervidda herum sind recht gut an den Nahverkehr angebunden.

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