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Die Mumins: Figuren mit bedeutungsvollen Geschichten aus Finnland

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Die ermutigenden Geschichten und Illustrationen der Mumintrolle haben über Jahrzehnte weltweite Bekanntheit erlangt. In den 1940er Jahren von der finnlandschwedischen Schriftstellerin und Künstlerin Tove Jansson ins Leben gerufen, sind sie auch heute noch sehr beliebt – vor allem Tassen mit Mumin-Motiven haben großen Sammlerwert. Hier erfährst du, wie genau die Mumins entstanden sind und was ihre Abenteuer so besonders macht.

Wer sind die Mumins?

Die Mumins, oder Mumintrolle, sind illustrierte Figuren, die aufregende und inspirierende Geschichten erleben. Ihre Körper erinnern ein wenig an Nilpferde. Die Snorks haben ein sehr ähnliches Aussehen, zeichnen sich aber durch Haare aus und können, je nach Stimmung, ihre Farbe ändern. Andere Charaktere aus der Muminwelt haben ganz verschiedene Formen und eine unterschiedliche Optik. Sie vereint jedoch der spezifisch erkennbaren Look der Zeichnungen von Tove Jansson, der die Gesamtästhetik abrundet.

Hauptfiguren

Tove Janssons Selbstportrait mit den Mumins © Moomin Characters
Tove Janssons Selbstportrait mit den Mumins © Moomin Characters

Mumin, auch Mumintroll, ist der Hauptcharakter der über 100 Figuren. Er lebt im Mumin-Tal, zusammen mit seinem abenteuerlustigen Muminpapa (schwarzer Zylinder) und der Muminmama (rot, weiße Schürze), welche mit ihrer liebevollen Art, den sicheren Hafen darstellt. Das Snorkfräulein, erkennbar durch ihren Pony, ist die Freundin von Mumin. Sie ist sanftmütig, emotional und sorgt für romantische Gefühle. Mumins bester Freund, der Schnupferich, trägt ein grünes Kleid und spielt gerne Mundharmonika. Er wird aufgrund seiner Weisheiten von Mumin gerne als Vorbild gesehen. Stinky ist ein stacheliges, schwarzes Wesen, welches den Mumins gerne Streiche spielt, auch wenn diese nicht immer gelingen. Obwohl er hauptsächlich an sich selbst denkt und sehr mürrisch wirkt, steht er ab und an auch zur Hilfe und vor allem die Muminmama kann ihn ganz gut leiden. Die kleine My, auch kleine Mü, fällt durch ihr rotes Kleid und den Dutt auf. Sie ist frech, wild und direkt mit ihrer Meinung. Sie ist intelligent und durchschaut andere sehr schnell. Insgesamt zeichnen sich alle Charaktere durch vielschichtige Eigenschaften aus, die für eine einzigartige und lehrreiche Dynamik innerhalb der Geschichten sorgen.

Ursprung und Entwicklung der Mumins

Die ersten Illustrationen der Mumins entstanden in den 1940ern. Inspiration waren unter anderem Urlaube der Autorin auf der Insel Pellinki, in der Nähe von Helsinki.

Zunächst erschienen die Zeichnungen als eine Art Proto-Comic ohne Sprechblasen auf der Kinderseite der Zeitung Ny Tid. Die Reihe bestand aus jeweils 6 Bildern mit Unterschrift, welche wöchentlich fortgesetzt wurde. Von 1954-1959 erschien dann wöchentlich ein dreiteiliger Bildstreifen der Mumin als Comic für die englische Zeitung The evening News. Nach einiger Zeit gab Tove Jansson aus Zeitmangel und Interesse an weiteren Projekten die Erstellung dieser Illustrationen an ihren Bruder Lars ab.

Aufgrund ihrer Beliebtheit erschienen die Mumins bald in Zeitungen auf der ganzen Welt und wurden in über 40 Sprachen übersetzt. Im finnländischen Alltag findet man die Mumins heutzutage überall. Es gibt kaum etwas, dass es noch nicht mit Mumin-Motiven gibt, sogar Flugzeuge von Finnair wurden bereits mit ihren Bildern bedruckt. Aus den anfänglichen Comic-Stripes, wurden weltweit bekannte Geschichten, die es heutzutage auch als Hörspiel, Zeichentrickserie und Filme gibt.

Vielfältige und lehrreiche Themen

Die Geschichten der Mumins sind nicht nur wegen ihres besonderen Designs so beliebt, sondern auch wegen ihrer tiefgründigen Handlungen und den Werten, die Tove Jansson mit ihnen an Groß und Klein vermittelt. Sie verbindet darin Humor und ernstere Themen. Während die ersten Geschichten noch etwas verspielter waren, so entwickelten sie sich mit der Zeit zu lehrreichen Werken, die sich mit Integration, Gemeinschaft, Akzeptanz und Gleichberechtigung beschäftigen. Auch Einsamkeit und Zwänge werden behandelt. Diese Themenvielfalt, die sowohl für das Heranwachsen, als auch im Erwachsenenalter sowie gesellschaftlich von Bedeutung sind, macht die Mumins bei ihren Lesern noch beliebter und so gehören sie für viele zu prägenden Kindheitserinnerungen dazu.

Mumins: Bücher und Geschichten

In folgender Reihenfolge erschienen die 9 Bücher und 4 Bilderbücher der Mumintrolle in ihrer Originalversion. Die Reihenfolge der deutschen Veröffentlichung wich stark ab und die Titel wurden in vielen Fällen abgewandelt und nicht wortwörtlich übersetzt.

  • 1945: Småtrollen och den stora översvämningen – Mumins lange Reise – 1992
  • 1946: Kometjakten/ Kometen kommer/ Mumin på Kometjakt – Komet im Mumintal – 1961
  • 1948: Trollkarlens hatt – Eine drollige Gesellschaft – 1954
  • 1950: Muminpappans memoarer – Muminvaters wildbewegte Jugend – 1963
  • 1952: Hur gick det sen? Boken om Mymlan, Mumintrollet och lilla My
    Mumin, wie wird’s weiter gehen?, Bilderbuch – 2003
  • 1954: Farlig midsommar – Sturm im Mumintal – 1955
  • 1957: Trollvinter – Winter im Mumintal – 2004
  • 1960: Vem ska trösta knyttet? – Wer tröstet Toffel?, Bilderbuch – 1977
  • 1963: Det osynliga barnet och andra berättelser – Geschichten aus dem Mumintal – 1966
  • 1965: Pappan och havet – Mumins wundersame Inselabenteuer – 1970
  • 1970: Sent i November – Herbst im Mumintal – 1972
  • 1977: Den farliga resan – Die gefährliche Reise, Bilderbuch – 1981
  • 1980: Skurken i muminhuset – Der Schurke im Muminhaus, Bilderbuch – 1983

Mumins: Filme und Serien

Seit den 1960ern gab es zahlreiche Adaptionen der Mumin-Geschichten in Film und Fernsehen auf der ganzen Welt. Die Augsburger Puppenkiste machte den Anfang. 1959/60 erschienen zwei Fernseh-Produktionen der Mumins mit jeweils 6 Teilen. 1969 folgte ein schwedisches Fernsehspiel, für welches eine eigene Handlung von Jansson verfasst wurde. Kurz darauf wurde eine japanische Zeichentrickserie ausgestrahlt, die jedoch, aufgrund zu freier Interpretation, auf Japan beschränkt wurde. 1973 wurde ein schwedischer TV Adventskalender der Mumins gezeigt, ab 1977 entstand eine österreichisch-polnische Trickserie.

Es folgten russische Puppen- und Zeichentrickfilme, ein schwedischer Animationsfilm, polnische Trickfilme und die zweite japanische Trickfilmserie. 2008 und 2010 wurden digital überarbeitete Zusammenschnitte von 1977 veröffentlicht. 2014 erschien „Moomins on the Riviera“ ein handgezeichneter Kinofilm nach den Comic-Vorlagen. Das neueste Mumin-Projekt ist „Moominvalley„. Die aus einer finnisch-britischen Koproduktion entstandene Zeichentrickserie läuft seit 2019. Ende 2024 soll die vierte Staffel herauskommen.

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Mumin-Tassen: Sammlerstücke mit Herz

Die finnische Marke Arabia bringt seit den 1990ern regelmäßig Mumin-Tassen heraus, die sich durch ihre einzigartigen und detailreichen Illustrationen auszeichnen, welche die Mumin-Charaktere in verschiedenen Szenen und lebhaften Farben darstellen. Von 1989 bis 2022 illustrierte Tove Slotte die besonderen Designs. Die Tassen haben einen hohen Sammlerwert, der durch limitierte Auflagen und saisonale Sondereditionen weiter in die Höhe getrieben wird, denn vor allem seltene oder auslaufende Modelle sind sehr beliebt. Viele haben zudem eine nostalgische und emotionale Verbindung zu den Tassen. Die teuerste bisher verkaufte Mumin-Tasse soll umgerechnet 8000 Euro gekostet haben.

Weltweite Bekanntheit: Die Mumins in Japan, Korea und Nepal

Außerhalb Skandinaviens sind die Mumins vor allem in Japan sehr beliebt. Dort erhielten die Mumins in den 1990ern unter dem japanische Namen “Tanoshi Mūmin Ikka” Beliebtheit. Schon in den 60ern und 70ern wurden Bücher veröffentlicht und es folgte eine von den Mumins inspirierte Animations-Serie, die von Jansson jedoch nicht befürwortet wurde, da sie Alkohol und Gewalt beinhaltete. In den 1970er Jahren besuchte sie Japan zum ersten Mal und hilt einen Vortrag in Tokyo. Sie war ein großer Fan japanischer Ästhetik und lernte im Voraus Japanisch, um den diesen in der Landessprache zu halten. Heute gibt es neben zahlreichen Cafés und Shops mit Mumin-Thema, sogar einen Moomin Valley Park in der Stadt Hanno in Saitama.

Doch auch in Korea kommt man um die Mumins nicht herum. Dort eröffnete kürzlich das Moomin Land Jeju auf der größten Insel Südkoreas. In Seoul fand von 2020 bis 2021 eine Mumin-Ausstellung anlässlich des 75. Jubiläums statt.

Mumin-Ausstellung in Seoul, Südkorea
Mumin-Ausstellung zum 75. Jubiläum in Seoul, Südkorea (11.2020-11.2021)

Die Mumins haben es sogar bis nach Nepal geschafft. Dort überzeugten sie die Zuschauer mit ihrer Einfachheit und Tiefe, wie es vorher im TV so noch nicht zu sehen war. In den 90ern sollte das Programm aufgefrischt und für Kinder zugänglicher gemacht werden. Nach jahrelanger Vorarbeit, wurden die Mumins im nepalesischen TV ausgestrahlt und nach einem Zeitungsartikel über die Serie, wurden sie auch dort ein Hit. Heute noch haben viele Nepalesen Kindheitserinnerungen an die Mumins und es soll immer wieder Nachfragen geben, wann Neues von ihnen ausgestrahlt wird.

Sehenswerte Orte für Mumin-Fans

Mumin-Figur vor dem Mumin-Museum in Tampere, Finnland
Mumin-Figur vor dem Mumin-Museum in Tampere

Neben einer großen Anzahl an Mumin-Shops und Cafés innerhalb Finnlands und Japans, gibt es weitere dieser in Schweden, Norwegen, England, Polen, Thailand und China.

In der finnischen Stadt Tampere ist jedoch das einzige Mumin-Museum der Welt. Dort kann man unter anderem Original-Zeichnungen von Tove Jansson und das detaillreiche, dreistöckige Mumin-Haus zu bestaunen. Circa 2 Stunden entfernt, in Naantali, in der Nähe von Turku, befindet sich die Mumin-Welt, welche jedoch nur in den Sommermonaten von Mitte Juni bis Mitte August öffnet.

Über die Autorin und Illustratorin Tove Jansson

Tove Jansson auf ihrer Insel Klovharun © Moomin  Characters, Foto: Per Olov Jansson
Tove Jansson auf ihrer Insel Klovharun © Moomin Characters, Foto: Per Olov Jansson

Tove Jansson wurde 1914 in Helsinki geboren, wo sie 2001 auch verstarb. Aufgewachsen in einer Künstlerfamilie, war sie bereits in frühen Jahren kreativ tätig. Ihr Vater Viktor Jansson, ein berühmter Bildhauer, war jedoch wenig begeistert von ihren Zeichnungen und sie führten eine eher schwierige Beziehung miteinander. Mit 16 Jahren brach Tove die Schule ab und studierte von 1931 bis 1933 Illustration und Werbezeichnung an der Technischen Schule Stockholm. Danach war sie für weitere 3 Jahre an der Zeichenschule des Kunstvereins Malerei in Helsinki.

Ihre Leidenschaft galt der Kunst und Malerei. So sehr sie ihre Mumins liebte, so stellten sie viele weitere ihrer Werke in den Schatten und ließen ihr zeitweise wenig Zeit und Raum für andere künstlerische Tätigkeiten.

Jansson Privatleben war durch ein für die damalige Zeit unkonventionelles Liebesleben geprägt. Sie führte eine Beziehung mit Tuulikki Pietilä, einer finnischen Grafikerin, Künstlerin und Professorin, die später als Inspiration für die Figur Tooticki in der Muminwelt galt.

Tove Jansson wurde zu einer der bekanntesten skandinavischen Künstlerinnen und Schriftstellerinnen. In Deutschland wurde vom 27.3. bis zum 25.9.2022 „Die fantastische Welt der Tove Jansson“ im Günter Grass-Haus in Lübeck ausgestellt. Ihr ereignisreiches Leben wurde 2020 mit der Schauspielerin Alma Pöysti verfilmt. „Tove“ wurde in Finnland ein absoluter Hit und 2021 sogar ins Rennen für den Oscar geschickt.

Tove Trailer Deutsch | German

Weitere Werke

Rauchendes Mädchen. Selbstportrait von Tove Jansson, 1940 © Moomin  Characters, Tove Jansson. Foto: Jari Kuusenaho, Tampere Kunstmuseum
Rauchendes Mädchen. Selbstportrait von Tove Jansson, 1940 © Moomin Characters, Tove Jansson.
Foto: Jari Kuusenaho, Tampere Kunstmuseum

Der künstlerische Weg Janssons war kein leichter. Äußere Umstände, verschiedene Phasen der Kunst und die Berühmtheit ihrer Mumins, mit denen sie daraufhin immer in Verbindung gebracht wurde, prägten ihr Schaffen als Künstlerin. Dabei sind ihre Werke vielfältig, ab den 1960er Jahren schreibt Tove Jansson auch Romane und Kurzgeschichten für Erwachsene, sie zeichnet Selbstportraits und surrealistische Bilder, welche unter anderem 2017 in der Londoner Dulwich Picture Gallery ausgestellt wurden. Sie fertigte zudem Illustrationen für Tolkiens „Hobbit“ sowie für Lewis Carols „Alice im Wunderland„.

Moomin Characters mit Sophia Jansson, Toves Nichte als Direktorin, verwaltet auf ihren Wunsch hin die Rechte über ihre Kunstwerke.

Quellen

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