Skandinavische Designermöbel: Klassiker der Möbelwelt

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Skandinavische Möbel sind heutzutage in vielen Haushalten zu finden – sie begeistern mit Schlichtheit und Funktionalität. Dabei beziehen sich selbst die großen skandinavischen Möbelketten wie IKEA und Co. auf die Designergrößen der 1950er Jahre – deren Möbelklassiker nicht nur als Inspiration dienen, sondern noch heute wahre Kassenschlager sind. In diesem Artikel stellen wir euch einige Designergrößen und ihre ikonischen Möbelstücke aus Skandinavien vor!

Skandinavische Designermöbel: Was ist das skandinavische Design?

Die ersten Grundsätze des skandinavischen Designs wurden zwar schon in den Jahren zuvor angedeutet, doch die Entstehungs- und Blütezeit waren die 1950er-Jahren, als die Sozialdemokratie in den nordeuropäischen Ländern aufkam und auch die Designwelt nachhaltig beeinflusste. So sollten schöne und funktionale Möbel nicht mehr nur den reichen Eliten zur Verfügung stehen, sondern der breiten Bevölkerung.

Auf demokratischen Werten aufbauend, erkannte man, dass sich Möbelstücke an den Bedürfnissen der Menschen orientieren sollten – geprägt sind skandinavische Möbel deshalb vor allem von Funktionalismus und Formalität („Form follows function“). Die Möbel der Designer um Alvor Aalto und Arne Jacobsen sind schlicht, minimalistisch und einfach, und überzeugen gleichzeitig durch organische Formen, die für einen besonders hohen Komfort sorgen.

Wahrscheinlich ist es dementsprechend auch nicht überraschend, dass die beliebtesten und bekanntesten Designermöbel deshalb bequeme, wohlgeformte und schlichte Sitzmöbel wie Stühle und Sessel sind.

Arne Jacobsen Serie 7 Stuhl
Stühle gehören zu den beliebtesten skandinavischen Designermöbeln, hier Modelle von Arne Jacobsen.

Dänische Designermöbel: Die Schöpfer der Stühle- und Sessel-Klassiker

Wird vom skandinavischen Design gesprochen, steht dies in den allermeisten Fällen als Synonym für das dänische Design. Das liegt ganz einfach daran, dass die meisten Impulse, Entwicklungen und Designergrößen aus Dänemark kamen. So ist Kopenhagen nicht nur Heimat zahlreicher ikonischer Möbelstücke, sondern gilt bis heute als Trendstadt und beherbergt viele arrivierte wie auch aufstrebende skandinavische Designlabels.

Nyhavn in Kopenhagen
Kopenhagen gilt als Hauptstadt des skandinavischen Möbeldesigns.

Kaare Klint

Kaare Klint (1888-1954) gilt als „Vater der dänischen Möbelschule“ und war einer der frühesten und einflussreichsten Designer des modernen skandinavischen Designs – die noch heute wichtigsten Attribute des skandinavischen Stils führen größtenteils auf ihn zurück.

Der studierte Architekt und Maler entwarf zunächst neoklassische Möbel, bevor er sich der Moderne widmete und zahlreiche Stühle entwarf. Er gründete 1924 die Abteilung für „Möbelkunst und Raumausstattung“ an der Dänischen Akademie der Schönen Künste, an der zahlreiche renommierte Designer studierten.

Arne Jacobsen

Arne Jacobsen (1902-1971) ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Designer, Architekten und Möbelhersteller Dänemarks des 20. Jahrhunderts. Seine Entwürfe prägten das skandinavische Design, den Funktionalismus und den Modernismus. Dabei achtete er vor allem auf die organische Form seiner Möbel.

Nach einer Lehre zum Steinmetz absolvierte Arne Jacobsen ein Architekturstudium in Kopenhagen – der Beginn eines Triumphzugs durch die Designwelt, denn schon mit 23 erhielt er die Silberne Medaille der Weltausstellung in Paris, etliche andere Auszeichnungen und Preise sollten folgen.

Neben einer Reihe von bedeutenden Gebäuden, die Jacobsen designte, ist er vor allem für seine außergewöhnlichen Stühle und Sessel bekannt, die mittlerweile Kultstatus haben. Seit 1932 arbeitete er mit Fritz Hansen zusammen und entwarf einen Klassiker und Meilenstein nach dem Anderen, beispielsweise die „Serie 7“-Reihe (die vielleicht meistverkauften Stühle aller Zeiten) oder „Das Ei“, die auch heute noch erhältlich und beliebt sind.

Hans J. Wegner

Als Mitbegründer der Dänischen Moderne hatte auch Hans J. Wegner (1914-2007) erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der ikonischen Designermöbel aus Skandinavien. Der gelernte Tischler studierte an der Kunstgewerbeschule in Kopenhagen und arbeitete als selbstständiger Architekt und Dozent für Möbeldesign. Marken mit denen er zusammenarbeitete, und die seine Möbel noch heute anbieten, sind beispielsweise Carl Hansen & Søn und Fritz Hansen.

Auch er ist insbesondere für seine Stühle bekannt, so entwarf er beispielsweise die Sitzmöbel für das Rathaus in Aarhus, was eine Kooperation mit Arne Jacobsen darstellte. Insgesamt kam er auf über 500 verschiedene Modelle von Stühlen, die teilweise noch heute produziert werden. Besonders an den Stühlen Wegners ist vor allem, dass sie meist nur aus Holz bestehen und mit ungewöhnlichen, aber stets organischen Formen überraschen.

Børge Mogensen

Børge Mogensen (1914-1972) war gelernter Tischler und studierte Möbelarchitektur bei Kaare Klint in Kopenhagen. Mit seinen Zeitgenossen Jacobsen und Wegner prägte er das dänische Design, welches in den 1950ern seine Blütezeit erlebte.

Dabei konzentrierte sich Mogensen vor allem darauf, zurückhaltende und funktionale Möbel zu schaffen, die den Alltag erleichtern und verschönern, insbesondere für „Durchschnittsfamilien“. Er ließ sich auch von traditionellen chinesischen oder spanischen Möbeln inspirieren und kreierte so wohlgeformte Stühle und Hocker.

Verner Panton

Der Architekt und Designer Verner Panton (1926-1998) steht in Kontrast zu seinen namhaften Vorgängern und Zeitgenossen, obwohl auch er als einer der einflussreichsten Möbeldesigner des 20. Jahrhunderts gilt.

Im Gegensatz zu seinen Kollegen setzte Panton aber auf neue Möglichkeiten, Möbel zu kreieren und führte als einer der ersten die Pop Art ins Möbeldesign ein. Eine bloße Weiterentwicklung von arrivierten skandinavischen Design-Traditionen kam für ihn nicht infrage, stattdessen setzte er auf bunte und knallige Farben, künstliche Materialien wie Plastik oder Gummi und geometrische Formen.

Dänische Designermarken für Möbel

Schwedische Designermöbel: Schlichtheit aus Stockholm

Bruno Mathsson

Gemeinsam mit Carl Malmsten (1888-1972) und Yngve Ekström (1913-1988) gilt Bruno Mathsson (1907-1988) als bedeutendster Möbeldesigner Schwedens. Von ihnen war Mathsson am stärksten dem Funktionalismus zugewandt und sorgte dafür, dass er auch in Schweden Popularität gewann.

Der Schreinermeister orientierte sich, im Gegensatz zu seinen zeitgenössischen Kollegen der Funkis-Bewegung, eher am dänischen Ansatz und schaffte Möbel, die sich dem menschlichen Körper und seiner natürlichen Haltung anpassen sollten. So waren seine Kreationen, die er beispielsweise für Fritz Hansen in Zusammenarbeit mit anderen Designergrößen der Zeit entwarf, sanft und organisch geformt.

Nisse & Kajsa Strinning

Nisse Strinning (bürgerlich Nils Strinning, 1917-2006) studierte Architektur an der Königlich Technischen Hochschule Stockholm und ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten Möbeldesigner Schwedens.

Gemeinsam mit seiner Frau Kajsa Strinning (1922-2017) entwickelte er nach dem Studium zahlreiche Möbelklassiker für ihre Unternehmen Swedish Design AB und String Desing AB, und legte so das Fundament für das weltbekannte skandinavische und schwedische Design.

Besonders großen Erfolg erlangten sie mit den String-Bücherregalsystemen, die noch heute in vielen schwedischen Haushalten zu finden sind. Die Regale überzeugen, wie auch die anderen Möbel der Strinnings, durch Funktionalität, Stabilität und Ästhetik.

Schwedische Designermarken für Möbel

Finnische Designermöbel: Die Ursprünge des skandinavischen Designs

Alvar Aalto

Der Finne Alvar Aalto (1898-1976) war nicht nur wegweisend für den skandinavischen Stil, sondern ist auch generell einer der größten und namhaftesten Designer der Moderne. Er arbeitete nicht nur als Möbeldesigner, sondern auch als Architekt und Stadtplaner, und schuf zahlreiche öffentliche Gebäude und Gegenstände, die heute Klassikerstatus haben.

Als einer der ersten Designer nutzte er für die Produktion seiner Möbel überwiegend Holz und stellte so die Weichen für die Wichtigkeit von Naturmaterialien im skandinavischen Design. Zudem setzte er stark auf die Funktionalität und den Komfort von Möbeln, wobei seine Möbel organisch geschwungene Formen hatten, was viele seiner Nachfolger aufgriffen.

Skandinavische Designermöbel Alvor Aalto
Auch die von Aalto entworfene Bibliothek im russischen Vyborg ist mit typisch skandinavischen Designermöbeln ausgestattet.

Gemeinsam mit seiner Frau Aino Marsio-Aalto (1894-1949) gründete er 1935 das Unternehmen Artek. Der Name deutet auf die Philosophie der beiden hin – die Verschmelzung von „Art“, also Kunst, und „Technology“, Technik. Bis heute ist Artek eine der führenden Marken, wenn es um finnische Designermöbel und Dekoration geht.

Finnische Designermarken für Möbel

Weitere Designermöbel im skandinavischen Stil

Skandinavische Designermöbel sind aber nicht nur an bestimmte Designer gebunden. Gerade in der heutigen Zeit sind die Namen hinter den Möbeln häufig nicht mehr das wichtigste, im Fokus steht dabei vor allem die Marke. So bieten mittlerweile auch einige deutsche Möbelketten Eigenmarken an, die die Essenz des skandinavischen Stils einfangen und den mehrfach um vielfach teureren Produkten der Designer in wenig nachstehen.

Marken mit skandinavischen Designermöbeln im Angebot

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